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Chronik

Die Geburtsstunde der Narrenzunft stand unter einem guten Stern, denn am Abend des 02. Mai 1953 trafen sich Freunde des rheinischen Karnevals im Gasthof Nolden in Endenich.

Sie waren alle dem Zeitungsaufruf gefolgt:

Endenicher gründet eine KG. Endenicher Bürger wollen unter Leitung des Karnevalisten Michael Moers am 02. Mai im Lokal Nolden eine Karnevalsgesellschaft gründen. (General Anzeiger, 27.04.1953)

Es bedurfte keiner Überzeugungskraft von Michael Moers, dem Initiator der Veranstaltung und weithin bekannten Stimmungssänger, denn alle waren sich einig über die Gründung einer neuen Karnevalsgesellschaft in Endenich.
So konnte man auch bald im General Anzeiger folgenden Artikel lesen:

Karneval im Mai. Prominenz in Endenich. Als 25. Mitglied trug sich Ex-Prinz Karneval Fritz II. am Wochenende in die Liste der jüngsten Bonner Karnevalsgesellschaft ein, die in Endenich gegründet worden ist. Michael Moers, den die Endenicher Bevölkerung zum Vater der neuen Gesellschaft machte, fand in Bürgermeister Stelling, Peter Steeg, Paul Wimheuer und Ortsausschussvorsitzenden Josef Schell erfahrene Helfer in der schweren Gründungsstunde, die mit viel Humor gewürzt wurde. Paul Wimheuer flüsterte seinem Schlager-Konkurrenten Moers zu, dass er für die Session 1954 bereits den “Alten Zoll” belegt habe. Er will ihn (wie sein “Bröckemännche” 1953!) besingen und zum Bonner Schlager machen. (General Anzeiger, 04.05.1953)

In den folgenden Wochen und Monaten, die im Zeichen reger Vereinsarbeit standen, wuchs die neue Gesellschaft schnell heran und festigte sich zu einer tatkräftigen Vereinsfamilie zusammen.
Die Gemeinschaft gab sich in der ersten Mitgliederversammlung den Namen:

“KG Narrenzunft Bonn-Endenich”

Die Vereinsfarben wurden “Königsblau” und “Goldorange”. Als Symbol wählten die Mitglieder die “Narreneule”.
Am 14. November 1953 startete die Narrenzunft ihre erste Session im Saale Nolden. Bekannte Karnevalisten hatten sich angesagt und traten ohne Gage als Geburtstagsgeschenk auf. Darunter Heinz Resch, Toni Ropertz, Franz Reuter, Clemens Simon, das Stömpche Quartett, die vier Bönnsche Jungs u.a.. Aber auch der Präsident, Michael Moers, trat auf die Bühne um mit Schunkelliedern die Stimmung weiter anzuheizen.

Kein Wunder, dass der Saal überfüllt war und sogar die Tanzfläche mit Tischen aufgefüllt werden musste. Alleine siebzehn Vereinsabordnungen hatten sich eingefunden. Erst gegen drei Uhr morgens, so vermerkt es das Protokoll, erklang das Schultheißlied und die Musik packte ein.

Es folgten noch zwei weitere Sitzungen, darunter eine für Kriegsversehrte, Rentner und Invaliden (man bedenke, der Krieg war eben erst acht Jahre her) sowie zwei Kostümbälle. Ein Mammutprogramm also, bei dem auch die “Vier Sternenburger” auftraten.

Der größter Erfolg der Gesellschaft in der ersten Session war die Mitwirkung im Bonner Rosenmontagszug. Mit viel Idealismus und Begeisterung hatten die Mitglieder einen Wagen gebaut.

Der General Anzeiger vom 02.03.1954 schreib dazu:
Allen ministerfreudigen Regierungen hat die Narrenzunft Endenich einige Vorschläge zu machen. In ihrem “Minsterium zur Beschaffung neuer Ministerien” sind Ministersessel u.a. für einen Totominister und einen Schwerarbeiterminister vorgesehen.

Presse und Bevölkerung sahen in diesem Wagen einen der besten Beiträge zum Rosenmontagszug. eine Urkunde gibt noch heute davon Zeugnis.
Das Resümee der ersten Session war einstimmig:

“ Dat Künk kann loofe!”

In der zweiten Session 1954/1955 fanden die Sitzungen schon im moderneren Ambiente des Rex-Kinos (Eröffnung 1952) statt und erreichten so ein größeres Publikum.
Stolz auf die erzielten Erfolge bauend, meistert die KG Narrenzunft auch künftige Aufgaben. Sie stellte den Antrag auf Eintragung ins Vereinsregister und wurde e.V.. Als Mitglied des Ortsausschusses Bonn-Endenich wirkte sie auch außerhalb ihrer karnevalistischen Aufgeben bei der Gestaltung sonstiger Endenicher Veranstaltungen mit. Selbst in den veranstaltungslosen Sommermonaten blieb die Narrenzunft rege. Neben der alljährlichen “Vatertagstour” am Himmelfahrtstage, bot sie auch den Frauen der Mitglieder einen sogenannten “Gemütlichen Abend”. Weiterhin wurden die Kirmesbälle ein fester Bestandteil im Vereinsleben.
In glanzvollen Sitzungen, abgehalten sowohl vor Stuhlreihen im Rex-Theater, wie auch später in Endenicher Sälen, feierte die KG Narrenzunft alljährlich ihre größten Triumphe. Spitzenkräfte des rheinischen Karnevals (z.B. Karl Berbuer, Eilemann-Trio, Vier Botze, Willi Armbrüster und viele andere) gaben sich hier ein Stelldichein. Aber auch vereinseigene Kräfte wurden gefördert und herausgestellt. Die Mitglieder Willi Schaber, Karl Rauchel, Peter Kreuder und Karl Eich wussten in den ersten Vereinsjahren auf dem Podium oder in der “Bütt” erfolgreich zu bestehen.
Mehr als ein Dutzend Jahre vertrat Michael Moers als “Singender Präsident” die KG Narrenzunft nicht nur in den eigenen Sitzungen, sondern auch bei anderen Gesellschaften in deren Veranstaltungen mit großem Erfolg. Nicht zuletzt war es sein Verdienst, dass die KG Narrenzunft sich in Stadt und Land einer großen Beliebtheit erfreute. Nach einer fast 14jährigen Vereinsführung nahm er Abschied von der aktiven Bühne.

1967 übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden der ehemalige Kassierer und inzwischen langjährige 2.Vorsitzende Ernst Mock. Das Amt des Sitzungspräsidenten erhielt Karl-Heinz Faßbender.

Damit begann eine neue Ära der KG Narrenzunft. Völlig neue Akzente wurden gesetzt. Um den gewachsenen Aufgaben der Gesellschaft gerecht zu werden, wurde der Vorstand auf 11 Mitglieder erhöht. U.a. erweiterte sich auch der Veranstaltungskalender. Neben einer “Sessions-Abschlussfeier” (Fischessen) fügte man außerdem einen “Filmvorführabend”, eine “Nikolausfeier” und eine Familienfahrt ein.
Die Sitzungen fanden schon seit 1962 im Saale Faßbender (Harmonie) statt.
Unter der Devise: “Jeder Narrenzünftler ein Karnevalist”, bildeten sich aus den eigenen Reihen – getragen von großem Idealismus- mehrere Tanz- und Spielgruppen, ein Männerballett (die auch als “Endenicher Hofsänger” auftraten) sowie die Gesangsgruppe “Endenicher Bachstelzen”.
Auch Einzelvortragende aus den eigenen Reihen stiegen in die “Bütt” und fehlten in keiner Sitzung der KG Narrenzunft mehr. Die Mitglieder Peter Hecker, Hans Fuchs, Karl Eich und Erich Scheinpflug legten dabei Zeugnis ihres Könnens ab.
Die allmonatliche “Stammtischrunde” und die Zusammenkünfte der (aktiven und inaktiven) Mitglieder nebst deren Frauen im Vereinslokal geben Zeugnis von einem lebendigen Vereinsleben, das bis heute fortbesteht.
Die Aktivität der Mitglieder kam auch in anderer Form hervorragend zum Tragen; z.B. beteiligten sich viele von ihnen am Bau der Wagen der KG Narrenzunft, die alljährlich zum festen Bestand des Bonner Rosenmontagszuges zählten und mehrfach prämiert worden sind.
Karl-Heinz Faßbender (genannt “Bölles”) glänzte nicht nur als Sitzungspräsident, sondern brachte es auch mit seinen vielen humorvollen Auftritten zu hohen Ehren. Als bester Karnevalist im Bonner Raum wurde ihm 1972 der “Närrische Oskar” verliehen.
1973 dankte Faßbender als “Schultheiß” ab. Ihm folgten 1973 bis 1989 Karl Eich, Erich Scheinpflug, Willi Schaber, Josef Hamacher, Joachim Burger und Heinz-Günter Küpper. Die Sitzungen wurden später dann in der neuen “Josef-Strunck-Halle” gefeiert.
Unter dem Motto “Alles unter einem Hut” startete 1973 der erste Endenicher Vierdelszoch. An seinem Entstehen war die KG Narrenzunft tatkräftig beteiligt, gab er doch der Gesellschaft weitere Gelegenheit sich mit Wagen und Fußgruppe in Endenich darzustellen.
Anfang 1982 wurde im Vorstand der KGN über den Entwurf eines wertvollen Ordens beraten: Den “Kappesorden”, wie er dann hieß (mehr dazu hier.
1984 wurde dem Wunsch der Mitglieder entsprochen und Frauen in die Gesellschaft aufgenommen. Somit wurde die Narrenzunft eine Damen- und Herrengesellschaft. Diese Änderung brachte neuen Schwung ins Vereinsleben.
1985 wurde der “Senat der Narrenzunft” gegründet, der den beliebten “Karnevals-Frühschoppen” ausrichtet.
Schon 1986 formierte sich eine neue Mädchentanzgruppe (vorher bestand schon eine Kindertanzgruppe).
Nach fast 26jähriger Vereinsführung nahm Ernst Mock aus Gesundheitsgründen 1992 Abschied von der aktiven Bühne. Er wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Er erhielt außerdem den Kappesorden und den Verdienstorden des Bonner Festausschusses.

Die Vizepräsidentin Anneliese Gräf übernahm das Amt der Vereinsführung als Präsidentin der KGN mit der Einführung eines Ordensfestes.
Eine ihrer ersten Amtshandlungen war die Ausrichtung einer großen Jubiläumssitzung zum 40jährigen Bestehen des Vereins. Sie konnte den bekannten Sänger Andy Borg für einen Auftritt gewinnen.
Die KG Narrenzunft e.V. war 1994 Mitbegründer das Adventsmarktes und gehört bis heute zu dessen Hauptorganisatoren. Auf Anregung der Präsidentin Anneliese Gräf wurde in der Session 1994/1995 auch eine neue Kindertanzgruppe gegründet.
1997 erweiterte sich die Veranstaltungspalette der Narrenzunft um die Herrensitzung in Duisdorf. Der Frühschoppen der Senatoren mauserte sich im Haus der Springmaus zu einem Renner im Endenicher Karneval. Einzelne Programmpunkte wurden immer häufiger von eigenen Kräften gestaltet. Auch die Präsidentin betrat als “Callas von Endenich” mit Samba und Rock’n’Roll Gruppe die närrische Bühne.
Horst Bachmann, der schon seit 1990 als Sitzungspräsident fungierte, wurde zum Festausschusspräsident des Bonner Karneval berufen. Er gab das Amt das Schultheiß im Jahre 2000 an seinen Nachfolger Norbert Kolzem weiter, der in der Jahreshauptversammlung 2003 auch als neuer Präsident an die Spitze des Vereins rückte.

Mit der Jubiläumssitzung und der Jubiläumsfeier Anfang Mai 2003 im Rex-Kino startete die Narrenzunft ins nächste Jahrzehnt!

2003 gab Anneliese Gräf ihr Amt als Präsidentin an Norbert Kolzem ab. Für ihre Arbeit wurde sie zur Ehrenpräsidentin ernannt.

Aus der Kaktusgruppe entwickelte sich die erfolgreiche Show- und Tanzgruppe „Die Konfettis“. Diese sind seitdem ein fester Programmpunkt in den Sitzungen der KG Narrenzunft und begeistern mit ihren selbst gestalteten Auftritten das Publikum.

Auch die Garde formierte sich neu unter der Leitung von Susanne Sommershof und Sabine Schmittinger. Die Garden nahmen auch weiterhin erfolgreich an Turnieren und Auftritten teil. Sie sind, neben den Konfettis und den Senatoren, das Aushängeschild der KG Narrenzunft.

Zu den Gardetreffen wurden Vereine der Region eingeladen, die vor Endenicher Publikum ihre Tanzgarden vorstellen konnten. Diese Treffen boten Gelegenheit neue Freundschaften zu begründen und alte zu festigen.

Bei den Zügen in Endenich und Bonn fielen die Narrenzünftler immer wieder mit ihren einfallsreichen und lustigen Kostümen auf (-alles selbst entworfen und genäht -) und ernteten Beifall von Schaulustigen.

Annelie Friedrich, ein echt Bönnsches Kind und Ex-Bonna, übernahm die Moderation der Sitzung, die sich immer mehr zum „Geheimtipp“ im Bonner Karneval entwickelte.

2012 wählte die KG Narrenzunft Michael Cronenberg, ein erfahrener Karnevalist, zum neuen Präsidenten des Vereins.

Einer seiner ersten Amtshandlungen war die Organisation der Standarten-Weihe. Zum 60. Geburtstag hatte sich die „Narrenzunft-Eule“ eine neue Standarte gewünscht. Ein Spender erfüllte ihr diesen Wunsch. Zusätzlich wurde das Ordensfest in die Räumlichkeiten des Festausschuss Bonner Karnevals verlegt.

Während der Jubiläumssitzung, die Michael Cronenberg nun mit Annelie gemeinsam leitet, wurde dem Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Jürgen Nimptsch, der Kappesorden verliehen.

Neu beflaggt und gut gerüstet geht es nun mit karnevalistischem Eifer in die nächsten 10 Jahre.

3x Endenich Alaaf!

Neuigkeiten

12.11.2017

Wir möchten Euch auf unseren Senatorenfrühschoppen und unsere Vereinseigene Sitzung aufmerksam machen. Karten für diese Veranstaltungen bekommt Ihr bei Anneliese Gräf. Mehr unter dem Menüpunkt: TERMINE !

11.11.2017

Es ist wieder soweit! Die 5. Jahreszeit hat begonnen.
Wir freuen uns wenn Ihr mit uns feiert, tanzt und lacht.